Der Hallux valgus – eine Sonderform des Spreizfußes – ist eine sehr häufig vorkommende Fußfehlstellung, die pathomechanisch mit dem Knickfuß, dem Spreizfuß und Krallenzehen einhergeht (C. Larsen, “ Füße in guten Händen“). Häufig ist der Hallux valgus sehr lange schmerzfrei, was viele Menschen davon abhält, rechtzeitig aktiv zu werden. Die Menschen berichten immer wieder, wie sich ihre Fußproblematiken fast unbemerkt eingeschlichen haben. Und dann waren sie auf einmal da, die verbogenen Zehen, die schiefen Fersen, die eingebrochenen Fußgewölbe, Knochenwucherungen, Blasen, Hornhautbbildungen, auch gelegentliche Schmerzen usw.. All das entsteht, weil die Füße Halt und Stabilität am Boden suchen, die eigentlich durch eine gute Körper- und Fußkoordination entstehen sollten.
Youtube-Video: Dr. med. C. Larsen: „Hallux valgus erklärt – Schiefstand der Großzehe“
Die im Handel erhältlichen Hilfsmittel gegen Hallux valgus und die im Netz angebotene Einzelübungen helfen in einigen Fällen sicher kurzzeitig, den Alltag bewältigen zu können. Alles was hilft, ist gut. Aber das Grundübel einer ungünstigen Koordination des Bewegungsablaufes – sowohl über den Füßen als auch am Fuß selbst – bleibt beim erworbenen Hallux valgus bestehen, denn die Koordination des Körpers verändern diese Hilfsmittel nicht.
Für die Prävention eines Hallux valgus wird eher ein ganzheitliches Konzept mit kognitivem Verständnis, Wahrnehmungstraining, funktionellem Training sowie dem Transport des Erlernten in den Alltag gebraucht. Hier hat nur eigenverantwortliches Arbeiten am eigenen Körper unter qualifizierter Anleitung eine nachhaltige Chance.
Genetische Voraussetzungen
Regelmäßig höre ich von der genetischen Disposition des Hallux valgus. Die Großmutter hatte ihn, die Mutti auch und dann scheint es selbstverständlich zu sein, als Kind selbst daran zu erkranken.
Frage: Könnte es sein, dass die Kinder die Motorik der Eltern, wie die Art zu Reden, immer nur kopiert haben? Kinder kopieren einfach gnadenlos alles was sie umgibt!
Nach Dr. med. Christian Larsen beträgt das Risiko für eine vererbte Fußerkrankungen -also auch für den Hallux valgus- aber nur ca. 33% (Quelle: Dr. med. Larsen, Bea Miescher, Gabi, Wickihalter: „Gesunde Füße für Ihr Kind„, Trias Verlag, 4. Ausgabe 2012). Da der Hallux valgus jedoch immer in Kombination mit einem Knickfuß, einem Spreizfuß oder anderen Fußerkrankungen auftritt, verhält sich das auch bei dieser Fußdeformität so. Das bedeutet, Sie haben eine Chance von ca. 66%, die Erkrankung nicht entstehen zu lassen, sie aufzuhalten, zum Stillstand zu bringen und im allerbesten Fall die Entwicklung sogar wenigstens teilweise wieder umzukehren.
Es gilt also: Der Fuß ist in positiver wie negativer Richtung unglaublich anpassungsfähig. Zwei Drittel individuell beeinflussbare Bewegungs- und Lebensgewohnheiten stehen also gegen diese relativ mickrigen 33% genetische Disposition! Solche guten Chancen haben Sie im Leben nicht oft, oder? Und trotzdem spielen Sie Lotto oder kaufen Aktien… .
Was machen wir in den Modulen 1 & 2 des Anti-Hallux-valgus-Kurses?
Wir arbeiten an …
- der Mobilität und am Bewegungsablauf des Beckens,
Das ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit am Fuß. - der Ausrichtung, der Stabilität und der Flexibilität der Beinachse im Zusammenhang mit der Fußstellung,
- den wichtigen funktionellen 3D-Bewegungen innerhalb des Fußes mit Schwerpunkt Fußspirale
- der Erlernung der Selbstmobilisation wichtiger Strukturen,
- am Transport des im Kurs Erlernten in den Alltag, …denn darauf kommt es letztlich an!
… und Erlernen alltagsintegrierte thermische Regenerationsmöglichkeiten …
Voraussetzung für den Kursbesuch
Für den Besuch eines Anti-Hallux-valgus-Kurses wird das im Wochenendkompaktkurs erworbene Wissen und die erlernten praktischen Fähigkeiten vorausgesetzt.
Das betrifft besonders Punkte 1., 2. und 3. .
Alternativ können Sie auch mindestens 2 Einzelstunden Personal-Training absolvieren. Der Abstand zwischen den Einzelstunden sollte mindestens 2 bis 3 Wochen betragen.
Informationen zu Kursterminen, Kosten und Kurszeiten finden Sie hier: Aktuelle Kursangebote
Was man durch die Arbeit an den eigenen Füßen erreichen kann,
… weiß ich aus persönlicher Erfahrung. Das war jedoch viel Arbeit und da anfangs Fachwissen fehlte, lag ich regelmäßig erst mal falsch. Und so ich kenne die meisten Probleme, die bei der Arbeit an den eigenen Füßen auftreten können auch aus Sicht eines Betroffenen. Das könnte für Sie ein Vorteil sein! Betroffene haben eine innere Sicht, eigene Vorstellungen und sind – ohne des Verständnisses für die Zusammenhänge – ständig einer verwirrenden medialen Informationsflut ausgesetzt,die Verunsicherung schafft und oft Kontinuität in der eigenen Fuß- und Körperarbeit verhindert. Jeder hat irgendwie ein wenig Recht! Im Nachhinein betrachtet war auch für mich eine Katastrophe. Vielleicht kann ich sie mit meinem Anti-Hallux-valgus-Kurs oder einem Personal Training ja vor dem einen oder anderen Fehlschlag bewahren, den ich erlebt habe?
Wichtig: Das was der Einzelne durch die Kursarbeit oder Personal-Training erreicht, hängt auch von vielen individuellen Faktoren ab. Beispielsweise sind eine gute Motivation, kontinuierlicher Arbeit und Geduld mit sich und den Füßen von Vorteil. Garantieren kann man letztlich nichts! Doch wenn es durch den Kursbesuch oder ein Einzeltraining auch nur gelingt, schmerzfrei zu bleiben, was selbst im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium des Hallux valgus möglich ist, wenn sich bestehende Schmerzen reduzieren lassen, der Hallux valgus nicht fortschreitet, das Fortschreiten der funktionellen und strukturellen Fußdemontage gebremst oder aufgehalten wird, die Gehmobilität erhalten bleibt…! Wären das nicht tolle Ergebnisse?
Lesen Sie dazu auch das Zitat von Dr. med. Larsen in diesem Beitrag (weiter unten). Der Weg ist bei der Fußarbeit stets das Ziel!

Ein Beispiel für die große Anpassungsfähigkeit des Fußes.
Spreizfuß und Krallenzehen ergänzen den Hallux valgus.
Foto: Fußschule Dresden
Meine Hypothese lautet:
Würde der eine oder andere die Zeit, die er in Wartezimmern zubringt, rechtzeitig dafür nutzen, an sich etwas zu arbeiten, könnte es sein, er braucht das Wartezimmer eventuell seltener, später oder vielleicht auch gar nicht. Was man verhindert hat, kann man natürlich schlecht abrechnen. Es ist das Dilemma der Prävention. Ich bin aber sicher, dass Ärztemangel, ein vorhersehbares Kliniksterben, hohe Eigenbeteiligungen an den Gesundheitskosten im Laufe der Zeit dazu führen werden, dass die vielen hochqualifizierten und engagierten Fachkräfte für Spiraldynamik (Link), die für Prävention, Therapie und Training in diesem Bereich ausgebildet sind, mehr in den Fokus der Menschen geraten und damit zu einer spürbaren Entlastung der Wartezimmer beitragen können … natürlich jeder in seinem Rahmen und auf seinem Gebiet. Bei Interesse können Sie sich auch eine Einführung in der Spiraldynamik im nachfolgenden Video auf Youtube ansehen:
Video zur Spiraldynamik von Dr. med. C. Larsen „Einführung in die Spiraldynamik“
Der Arzt und Mitbegründer der Spiraldynamik, Dr. med. Christian Larsen, schreibt dazu in seinem Buch „Gut zu Fuß ein Leben lang“:
„Was durch chronische Fehlbelastung am Fuß aus dem Gleichgewicht gekommen ist, kann durch die Korrektur der Fehlbelastung wieder ins Lot kommen. Zumindest bis zu einem bestimmten Grad: Je früher, desto präventiver; je später, desto therapeutischer. Chirurgisch, fall zu spät! Aber ohne Zutun der Betroffenen läuft bei statischen Fußdeformitäten gar nichts. Im Gegenteil, die aktive Mitarbeit der Patienten steht im Mittelpunkt.“
Wer zu spät kommt, dem kann die Fußschule nur noch nach der OP helfen!
Leider erlebe ich sehr häufig, dass sich Menschen zu spät um ihre Füße kümmern. Mit oder ohne Schmerzen, sie warten im wahrsten Sinne des Wortes bis nichts mehr geht…. und keine Fußschule mehr helfen kann und darf!
Eine eingeschränkte Fußmobilität bedeutet aber nach meiner eigenen Erfahrung den Verlust von Lebensqualität. Die Selbstständigkeit im Alltag nimmt ab, Freizeit- und Urlaubsaktivitäten sowie soziale Kontakte schränken sich ein, die Leistungsfähigkeit im Beruf leidet und eventuell kommen finanzielle Problemstellungen hinzu. Man spart am Ende jeden unnötigen Weg!
Weitere Informationen zu untersuchten Risikofaktoren für einen Hallux valgus!
Die Schiefzehe wird von Frauen irrtümlicherweise oft als eine Art Frauenkrankheit angesehen. Es stimmt, den Hallux valgus haben viele Frauen, aber zunehmend Männer und sogar Kinder. Wie bei jeder Erkrankung gibt es beim Hallux valgus Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind. Viel interessanter sind aber die Risikofaktoren, auf die ein jeder Mensch aktiv Einfluss nehmen kann. Und im Anti-Hallux-valgus-Kurs arbeiten wir genau an diesen beeinflussbaren Risikofaktoren. Diese Faktoren haben letztlich mit der Körperkoordination zu tun. Die Verbesserung der Koordination, verändert nämlich in der Folge die Struktur des Körpers, das Spannungsgleichgewicht zwischen den beteiligten Muskeln, Bändern und Gelenkpartnern und verändert auch die Ausrichtung der Knochen.
Verdeutlichen kann man dieses Prinzip auch an anderen Beispielen: Beginnen Sie Sport zu treiben, verändert sich Ihre Körperzusammensetzung. Die funktionelle Nutzung Ihres Körpers verändert die Struktur und damit die Leistungsfähigkeit von Muskeln, Faszien und Bändern wird eine andere. Mehr Bewegung sorgt für zum Beispiel für die Veränderung der Muskel- und Fettanteile im Gewebe. Das können Sie sogar fühlen! Noch schwabbelig oder schon etwas fester? So ähnlich ist es auch bei der Veränderung des Bewegungsablaufs / der Körperkoordination beim Gehen. Er verändert im positiven Sinne auch die Struktur Ihres Körpergewebes.
Dr. med. Larsen führt in seinem Buch „Füße in guten Händen“ die Untersuchungen von Bruckner 1981 an, der neben genetischer Veranlagung nicht beeinflussbaren Risikofaktoren wie das Geschlecht, das Alter, die Länge des ersten Mittelfußknochens oder auch die Hautfarbe anführt. Solche Faktoren gibt es bei jeder Erkrankung. Die gute Nachricht ist, dass Bruckner mindestens 4 Risikofaktoren gefunden hat, die in der Regel durch aktive Arbeit am eigenen Körper positiv beeinflussbar sind:
- Knickfuß
- Spreizfuß
- Beinachsenfehlstellungen
- Übergewicht … Daran arbeiten wir im Kurs nicht!
Meine Erfahrungen im Zusammenhang mit einer sehr kleinen Fuß-OP!
Bei Fußoperationen – so nötig sie manchmal werden – gibt es neben den immer bestehenden Operationsrisiken und Rezidivraten einige Besonderheiten, die ich nach einer kleinen Fuß-OP bei mir so beschreiben möchte:
- Der Heilungsprozess an den Füßen wird von der Schwerkraft nicht gerade gefördert.
Bei jedem Schritt entsteht durch das Körpergewicht mehr oder weniger Druck und Zug auf die operierten Strukturen. - Schon bei gesunden Menschen ist der Stoffwechsel an den Füßen oft nicht so gut. Die Blut- und Nährstoffversorgung der relativ weit vom Rumpf entfernten Blutgefäße am Fuß ist nach Operationen zumindest einen gewissen Zeitraum eher mehr verringert, da es auch einen Zusammenhang mit fehlender Bewegung gibt. Man vermeidet schmerz- und anstrengungsbedingt einfach jeden unnötigen Weg (Eigenerfahrung). Der venöse Rücktransport und damit die ganze Stoffwechsellage am Fuß wird dadurch in der Regel schlechter. Noch schwieriger wird es, wenn die Venenklappen altersbedingt nicht mehr gut schließen.
- Auch die kleinste Wunde am Fuß führt zu einem disharmonischen Bewegungsablauf und verändert das Gangbild. Dadurch kann es passieren, dass sich während der doch recht langen Genesungszeit – bis zur Schmerzfreiheit – ganz andere Problematiken zum Beispiel an Knie, Becken oder Fuß einstellen.
Einige Verordnungen manuelle Physiotherapie genügen nach einer Operation in der Regel nicht. Das ist meine ganz persönliche Erfahrung. Eigenaktivität der Betroffenen mit qualifizierter Anleitung – günstigerweise durch Fachkräfte für Spiraldynamik – sind da sehr hilfreich.
Eine solche Anleitung habe ich damals leider nicht gefunden.
Handeln Sie rechtzeitig!
Meinen ehemals beidseitig vorhandenen Hallux valgus habe ich im Wesentlichen durch die Korrektur meiner Körperkoordination und durch die direkte Arbeit an den Füßen – nachweislich – beseitigen können. Aber ich habe mich gerade noch rechtzeitig darum gekümmert. Wahrscheinlich auf den allerletzten Drücker! Hier liegt sehr häufig das Problem. Wer zu spät beginnt, aktiv etwas für seine Fußgesundheit zu tun, dem bleibt oft nur noch die chirurgische Lösung des Problems.
Es lohnt sich also in jedem Fall, etwas zu tun. Selbst wenn Sie sich auf Anraten Ihres Arztes und des eigenen Leidensdruckes doch operieren lassen, ist es eine gute Entscheidung am Anti-Hallux-valgus-Kurs teilzunehmen, denn Sie wissen nach der Operation und dem Austherapiertsein, worauf es ankommt und worauf man achten muss. Dieser Vorsprung von Wissen, Wahrnehmungsfähigkeit und praktischen Können ist dann unbezahlbar. Eine therapieunterstützende, wissensbasierte, eigenverantwortliche Aktivität ist nach meiner Erfahrung einfach hilfreicher, nachhaltiger, gesundheitsfördernder, lebensqualitätsfördernder … . Man weiß einfach um was es geht und auch wie und warum! Der Genesungsprozess hin zur im Alltag dringend benötigten Gehmobilität könnte durchaus profitieren.
Wichtige Hinweise!
Bei Schmerzen oder Funktionsstörungen im Fuß lassen Sie bitte vom Arzt Ihres Vertrauens vor dem Kurs abklären, ob die Beschwerden wirklich vom Fuß ausgehen. Auch ein Bandscheibenvorfall, ein neurologisches Problem oder eine systemische Erkrankung könnten die Ursache sein.
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